28.12.08

Neuronen in der Retina

Die Retina ist eine Außenstelle des Gehirns und hat eine sehr komplexe neuronale Struktur. In ihr werden die visuellen Reize bereits zu ersten Bildern vorverarbeitet und dann über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet.

Schematische Darstellung der neuronalen Struktur der Netzhaut:



Die Retina kleidet die Innenseite der Lederhaut bis weit nach vorne aus. Einzig
die Stelle, an welcher der Sehnerv austritt, bleibt frei.
Auf der Retina trifft das Licht auf. Es dringt durch mehrere lichtdurchlässige Schichten bis hin zu den Photorezeptorzellen. Hier unterscheidet man zwischen Zapfen und den Stäbchen. Während Zapfen farbrezeptiv sind, vermitteln Stäbchen nur hell-dunkel-Eindrücke.
Den Photorezeptoren nachgeschaltet sind die Bipolaren Zellen, deren Fortsätze mit den Ganglienzellen in Kontakt stehen. Ihre Axone bündeln sich im Sehnerv.
Neben der Informationsweiterleitung von den Photorezeptoren bis zum Sehnerv besteht aber auch noch eine Verschaltung untereinander. Diese Aufgabe erfüllen die Horizontalzellen und die Amakrinzellen.

das folgende Bild zeigt einen Scan einer Retina bei 800 nm und einer axialen Auflösung von 3 µm:



Aufnahme eines retinalen Neurons vom Becker Laboratory des University College London



Der Zellkörper eines Neurons besteht aus einem Zellkern und Fortsätzen, die weit verzweigt sein können. Bei den Fortsätzen unterscheidet man Axone, die Signale weitergeben und Dendriten, die Signale empfangen.
Als Synapsen bezeichnet man Verbindungsstellen zweier Neurone, an denen Signalübertragung stattfinden kann.
Innerhalb der Zelle erfolgt die Weiterleitung eines Signals elektronisch binnen einer tausendstel Sekunde, indem durch eine plötzliche Veränderung der Zellmembran Natriumionen einströmen können und ein Aktionspotential bilden: Die Nervenzelle „feuert“. Das ursprüngliche Potential wird durch den Ausstrom von Kaliumionen wiederhergestellt.